Diebisches Doppelpack - Cora Xarrogo

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Diebisches Doppelpack - Cora Xarrogo

Beitrag von Storyteller am Sa März 04, 2017 4:58 pm

Rollenspielstart

Die Sonne verabschiedete sich wie auf Stichwort hinter den letzten Bergen des Kontinents, während in einem kleinem Waldgebiet an der Landesgrenze außerhalb der Stadt noch so einiges los war.
Cora beobachtete dort ihren Zwillingsbruder, Tiph Xarrogo, der sich in der alten Kunst des Bogenschießens übte, mit der er momentan sein täglich Brot verdiente.
Na ja, das stimmte nicht und das wusste sie, aber es ging sonst ja niemanden etwas an.
Tiph zielte gerade auf einen bereits ramponierten Baumstamm, als seine Zwillingsschwester beschloss, ihn von hinten anzutippen.
Es war jedoch mehr Jux als begründete Aktion.
Den Schützen riss es dabei so sehr, dass er seinen eingespannten Pfeil in die Baumkrone jagte.
„Du bist viel zu schreckhaft. Irgendwann verletzt du jemanden… oder dich selbst.“, höhnte Cora gleich einmal.
Ihr Bruder drehte sich zu ihr um und sprach sie gleich direkt an: „War klar, dass du das nicht lassen konntest. Bist wohl gerade von deinem Raubzug zurückgekommen.“
Der Pfeil war damit von ihm vergessen worden.
„Allerdings. Du weißt, ich komme nie ohne Beute zurück.“, gab die Diebin zurück und schmiss ihm einen Sack voller Wertgegenstände vor die Füße, „Das ist immer viel zu einfach. Wann hast du deine nächste Vorführung? Dann kann ich den wieder ausräumen. Davon haben wir viel mehr.“
Während sie sprach legte Tiph seinen Bogen zur Seite und überlegte kurz, bevor er antwortete: „In zwei Tagen sollte ich bei einer Geburtstagsfeier sein. Die haben das wohl noch immer nicht geschnallt. Mal sehen, wie lange wir die Masche noch durchziehen können.“
Cora nickte und gab zurück: „Die reiche Gesellschaft ist dumm und hat ein viel zu großes Vertrauen in ihre Freunde. Aber echte Freunde haben sie kaum. Nur clevere Schmarotzer. Wieso sollten wir sie dann nicht auch um etwas Geld erleichtern? Das geht sicher noch lange so.“
Der Bogenschütze grinste feixend: „Das liebe ich so an dir, Schwesterlein. Du kannst so richtig boshaft sein.“
„Mit Hochachtung kommt man ja auch nicht weit, das weißt du so gut wie ich. Aber komm jetzt, wir könnten hier nicht ewig herumlungern. Ich hab mitbekommen, dass eine Patrouille durch den Wald zieht, weil sich so ein unfähiger Langfinger erwischen hat lassen und sich nun irgendwo hier versteckt. Ich will da nicht hineingeraten.“
Darauf wollte sich auch Tiph nicht einlassen, also zog er die Pfeile aus dem Stamm, verstaute diese wieder im Köcher, schnappte den Bogen und folgte seiner Schwester, die gerade losmarschierte.
Diese jedoch schickte ihn mit den Worten: „Du hast da oben noch einen Pfeil vergessen.“, zurück und deutete mit dem Finger in die Baumkrone.
Der Schütze warf ihr einen mörderischen Blick zu, drückte ihr den Bogen in die Hand und kletterte murrend auf den Baum, um das letzte Beweisstück seiner Anwesenheit einzusammen.
Als er dann oben war, kam es ihm aber erst: „Aber du bist doch die Flinkere! Wieso muss ich dann...“
Daraufhin lachte Cora nur und verschwand hinter den Bäumen, ihren verärgerten Bruder zurücklassend und Bogen und Beute mit sich tragend.
Der Zwilling sprang schimpfend mit einem einzigen Satz vom Geäst und raste ihr hinterher, um aufzuschließen, obwohl er genau wusste, wo sie hin ging.
Sie war auf dem Weg ins Versteck, was eine gute Idee war, denn es wurde bereits finster.
Beim Versteck handelte es sich um ein kleines, verwaistes Holzhaus, dass die beiden Diebe eigenhändig soweit hergerichtet hatten, dass es für sie bewohnbar war.
Luxus war viel zu auffällig und das Zwillingspaar gehörte sowieso zur genügsamen Sparte, so störte sie das absolut nicht.
Sie bereicherten sich dafür jedoch auf ihre eigene Art und Weise selbst.
Nachdem Diebesgut aber prinzipiell nicht behalten wurde, verhökerten die beiden alles am Schwarzmarkt.
Da dies wieder einmal anstand, wurde mal Inventur gemacht.
„Der Ausflug heute hat sich echt gelohnt.“, meinte Cora, sich an einen kleinen Holztisch setzend und den erbeuteten Sack entleerend.
Tiph setzte sich dazu und fragte: „Wessen Schmuckkassette hast du denn da leer geräumt?“
Die Diebin zuckte daraufhin mit den Schultern und sprach grinsend: „Ich kenne meine Opfer nicht alle beim Namen. Sie kennen mich ja schließlich auch nicht.“
„Hervorragend! Unser letzter gemeinsamer Ausflug war aber auch nicht ohne.“, überlegte ihr Bruder.
„Die fünfzehn Kilo Tabak? Ha, ja, das war ein Kinderspiel. Das Zeug gibt es hier ja auch gar nicht. Demnach können wir ruhig behaupten, dass wir einfach unschlagbar sind.“
Der Zwilling konnte daraufhin nur zustimmen.
Es war richtig, die zwei waren gut, aber langsam brauchten sie wieder etwas ganz Großes, etwas, worüber die Leute noch wochenlang danach sprechen würden.
Vielleicht flüsterte ihnen ja am Schwarzmarkt ein Vögelchen was Aufregendes ins Ohr.
Während dem Zusammensitzen wurde dann aus diesem Grund beschlossen, den nächsten Geburtstags-Diebstahl-Termin ausfallen zu lassen und die Tapete zu wechseln.
Sie waren lang genug in diesem Winkel gewesen.

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Diebisches Doppelpack - Cora Xarrogo

Beitrag von Storyteller am So Jul 16, 2017 7:50 pm

Der danach folgende Morgen brach gerade erst an und der nachtschwarze Himmel färbte sich allmählich hellgrau.
Doch von der Sonne war noch weit und breit keine Spur.
Cora und ihr Bruder Tiph hatten inzwischen Ihre vermutlich vollständig gestohlenen Habseligkeiten und die Beute der letzten Raubzüge zusammengepackt und verließen das kleine Häuschen im Wald.
Die 15 Kilo Tabak hatten sie auf zwei Säcke aufgeteilt, damit einer alleine den schweren Sack nicht durch die Landschaft schleppen musste.
Alles weitere befand sich in den ledernen Umhängetaschen der beiden Diebe.
Nur Bogen und Köcher hatte sich der Schütze unter den beiden noch selbst umgehängt.
Als eben dieser dann aber bereits den direkten Weg zum Ziel erwählte, hielt ihn jedoch seine Schwester zurück.
"Wir können doch nicht den ganze Weg zu Fuß gehen. Da brauchen wir doch ewig.", sprach sie.
Der Zwilling blieb stehen und warf ihr einen fragenden Blick zu, ehe er fragte: "Und wie willst du dann reisen?"
Daraufhin lachte Cora leise und meinte: "Lieber Bruder, wie wäre es, was hältst du davon, wenn wir gemeinsam ein paar Pferde stehlen gehen?"
Der Vorschlag gefiel dem jungen Mann und er willigte ein.
Sie mussten für die Umsetzung jedoch einen Umweg nach Garestja machen, denn das war immerhin die nächste Stadt.

Das diebische Doppelpack bewegte sich weiterhin lautlos durch den Wald, während die ersten frühen Vögel munter wurden und ihre morgendlichen Lieder sangen und Pfiffen.
Gut gelaunt schloss sich Tiph schließlich an und begann ebenso, eine leise Melodie zu pfeifen.
Doch das nervte seine Schwester, die sich im Gehen kurz umdrehte, um ihm einen mörderischen Blick zuzuwerfen.
Zuerst sah der junge Dieb diesen gar nicht, noch nur einen Moment spürte er die boshafte Intensität, sein Blick traf sich mit dem seines Zwillings und er verstummte augenblicklich.
"Bin ja schon still.", murrte er und bekam nur ein: "Besser.", als Reaktion.
So schlich er halt Schweigend weiter, wurde jedoch immer unbekümmerter.
Hier würde ihm ja wohl kaum jemand aufhalten, nicht um die Uhrzeit.
Diesbezüglich war sich Cora wiederum nicht sicher, denn sie wusste noch immer nicht, ob der Langfinger, der sich in ihrer Gegend erwischen hatte lassen, nicht noch im Wald befand und mit ihm der Suchtrupp.
Genau diesem wollte sie eben nicht in die Arme laufen, nicht wenn es sich in irgendeiner Form verhindern ließ.

Es dauerte eine Zeit lang, doch bald schon lichteten sich die Baumreihen und mitten im Wald tat sich die kleine, aber aber feine Stadt Garestja auf.
"Und? Wie gehen wir vor?", wollte Tiph wissen.
"Du bleibst hier und bewachst unsere Sachen. Ich werde alleine bedeutend schneller und leiser sein.", kam die Antwort.
Diese gefiel dem Dieb aber nicht und er ließ den Sack fallen, um die Arme zu verschränken.
"Immer darfst du die spannenden Sachen machen."
"Du kommst schon wieder dran. Immerhin war es auch meine Idee."
Daraufhin gab er auf und Cora begann ihre Sachen vor einem Baum aufzuschichten, bevor sie den Schatten der Bäume verließ und zu den ersten Häusern am Stadtrand huschte.

Eine Viertelstunde musste Tiph warten, in denen er nichts anderes vernahm als das Zwitschern der Vögel.
Keine anderen Geräusche waren zu vernehmen, weshalb er sich schnell langweilte.
Dies führte dazu, dass er sich bald schon gemütlich an den Baum lehnte, die Augen schloss und nur den Geräuschen der Natur lauschte.
Plötzlich aber stieß ihn eine grobe Hand an der Schulter an und noch bevor er sich der Person zuwenden konnte, drückte ihm Cora, die soeben mit einem gesattelten und gezäumten Pferden und einem Lasttier zurückgekehrt war, die Zügel in die Hand.
"Aufwachen, du Schlafmütze. Wir haben noch einen weiten Weg vor uns.", maulte sie und begann, ihr Gepäck auf das Packtier zu verfrachten.
Tiph brauchte einen Moment, ehe er sich dem Anschluss und dann zuerst das Pferd bestieg, bevor er seine Zwillingsschwester dazu holte.
Das Lasttier wurde am Vorderzwiesel befestigt und schon konnte es los gehen.
Diesmal in die richtige Richtung.

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